Einheit durch Vielfalt

Matrix
Eine Einheit kann man geben, nehmen und letztendlich auch sein. Dass sich Zusammenhalt - also Einigkeit - vor allem aus vielen verschiedenen Faktoren, Wünschen und Vorstellungen zusammensetzt und gerade Kampfsport der Kleber sein kann, der alles und alle zusammenhält - nun, dieses Phänomen lässt sich weniger erklären als viel besser beschreiben.
Bereits im 11.Jahr (also ein eigentlich rundes Jubiläum, wenn man die Quersumme nimmt und sich vor Augen hält, dass, auch wenn einiges mal schief geht, die Stimmung trotzdem immer konstant gut ist) waren wir auch dieses Jahr wieder Gäste des Herbergübervaters Ralf, der keinen Nachnamen braucht, weil es einfach und ergreifend nur ihn gibt.
An dieser Stelle möchte ich eigentlich die Überlegung ausklammern, dass dieses Camp zum ersten Mal von Steven organisiert wurde und gleichsam Rekordbeteiligung verzeichnen konnte, während unter meiner "Leitung" die Anmeldungen doch nur mit großen Rabattversprechen, Schüren von Verlustä(n)gsten (Komm, sonst verpasst du was und kannst nicht mitreden) oder anderen Tricks aus der Mottenkiste populärwissenschaftlicher Erkenntnisse (Shock and Awe gehört nicht da rein) zum Laufen gebracht werden konnte. Womöglich war und ist es Stevens ehrliche, geradlinige Art und Weise, die Zweifel und das Zögern und Zaudern der Teilnehmer/innen einfach vom Tisch zu fegen (Ach, Papperlapapp) und natürlich seine grandiosen Flyer, die dafür sorgten, dass sich fast 40 Teilnehmende über ein großes Angebot an Stunden, Stilen und Schwielen freuen konnten.
Taliban
Dabei wurde vor allem dieses Jahr der Schwerpunkt auf die Jugendarbeit gelegt. Erstens gelang es dem Organisationskomitee, auch die noch etwas unerfahreneren Kämpfer ins Mano-Mano mit der Spülmaschine, Besteck und Geschirr einzuweihen. Zweitens brachten viele von uns ihren Nachwuchs oder die Kunde, dass sie welchen erwarten, mit. Und drittens erlebte die erfolgreichste inoffizielle Trainingseinheit einen unerwarteten Zulauf, vor allem seitens der Jungen und Junggebliebenen. Die legendäre, mittlerweile jedoch schon dem Mainstream verfallene Treppen-Einheit (wobei es auch um Stufen der Erkenntnis im Sinne der Einschätzung der eigenen Kondition ging) hat nichts an Aktualität, Beliebtheit und berüchtigtem Muskelkater eingebüßt. Bahman wusste somit auch dieses Jahr wieder, kurdische Legenden mit mittelrheinischen zu verweben, damit daraus ein Quilt der Glückseligkeit werde.
Anders als letztes Jahr, wo der Aus-Flug sich in gewisser Weise doppelter Auslegung erfreute (also Flugshow und Aus-Fluch aufgrund nicht zu erwähnender Steigungen, die doch schließlich jedes Leben beinhaltet), stießen wir dieses Loreley-Camp eher gemütlichen Fußes/Buggys (wendiger Kinderwagen a.d.r.) auf die Spuren des Loreley-Erbes! Kaub zu glauben, welche Ähnlichkeiten zwischen General ‚Vorwärts‘ Blücher und anderen uns bekannten Persönlichkeiten sich ausmachen ließen. Angemacht war nach kundiger Stadtführung das Verlangen den Gedanken über diese einstige Metropole der Flößer, Schiffslotsen und Schiefersteinabbauer mit ein wenig Reben- oder Hopfensaft den passenden Rahmen zu geben, damit sich die Eindrücke nicht verflüssigen.
Ob es tatsächlich Blüchers Schlachtruf "Vorwärts, vorwärts, Kinder!" war, der uns dann Richtung Grillplatz lockte oder es vielmehr an der Lust lag, noch einen passenden Ausklang für diesen schönen Tag zu finden, sei ebenso ins Reich der Legenden verbannt wie die Vermutung, dass Feuerwehrmänner das beste Feuer legen und die würzigsten Würstchen grillen.
In jedem Fall scheint beschlossene Sache, die allmorgendliche Treppenertüchtigung, das sorgsame Lüften der Schlafräume, regelmäßiges Duschen und die Vakuumverpackung drei Tage alter Sportsocken ins Pflichtprogramm aufzunehmen.

Euer Marcello

Gruppenphoto

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