Sinawali-Syntax

Oder:
"Wie uns die Stöcke das (S)Brechen lehrten"

Vollkontakt
Dinge und Menschen ändern sich. Diese Erkenntnis ist uns wohl schon allen irgendwo in irgendeiner Form begegnet. Gott sei Dank, mögen wir da sagen, denn letztendlich ist es ja Wandel, der Veränderung ermöglicht. Nicht so jener berühmte Fels, der jedes Jahr nicht nur Scharen von Touristen in klimatisierten Bussen, sondern auch eine recht bunte und Klimabusse verabscheuende Gruppe Stock schwingender ArnisadorInnen anlockt: die Loreley, deren Ruf man sich auch ohne halb zog sie ihn, halb sank er hin gerne ergibt und so war dies das 11. Frankfurter Frühlingscamp in der Jugendherberge St.Goarshausen, welches uns KämpferInnen wieder einmal Herberge, Trainingsgelände und nicht zuletzt auch Ausgangs- und Anlaufpunkt für eine jener legendären Samstagnachmittag-Ausflüge war. Ralf, unser Herbergsvater, ist einer jener unverrückbaren Fixpunkte - in Stein gemeißelt, nicht aus der Ruhe zu bringen und selbst die verrücktesten Speise- und Nächtigungswünsche entlocken ihm nur ein souveränes Lächeln.

Muay Thai
Dass man bei Mutproben weint und bei Weinproben mutig wird, ließ sich besonders gut in diesem Jahr beobachten. Unser (bis zum eigentlichen Samstag nur den Organisatoren bekannter) Plan sah unter anderem den Besuch einer Weinprobe und anschließende Verköstigung vor. Doch vor dem Reben- hat Gott den Drüsensaft gesetzt - genauer gesagt jenen, der salzig auf der Haut brennt. Wein rinnt nun eben sehr viel besser, wenn Schweiß ihm den Kanal ebnete. In jedem Fall sollte auch die Kultur nicht zu kurz kommen. Besser gesagt, hatten wir uns der Natur und ihren gefiederten Geschöpfen widmen wollen. Vögel, zum Greifen nah. Das zumindest strebten wir bei Beginn unseres Ausflugs an. Während jener, zugegeben etwas anspruchsvollen, Wanderung enthüllte sich mir, dass auch Männer, deren eigentliche berufliche Verpflichtung ist, sich nicht vor heißen Pflastern zu drücken, sondern jene zu löschen, sich bei leichtem Anstieg über das Hin- und Her, die Höhen und Tiefen der Landschaft im Allgemeinen und über die tiefgründigen Gemeinheit unserer Planung im Speziellen beschwerten.

Das Leben jenseits eines Löschzuges schien ihnen wohl weniger spritzig zu sein.

Boxen
Doch auch andere Beispiele lassen sich jenseits der senkrecht stehenden Sonne aufzählen.
Gerade ein Weiser aus dem Morgenland würde uns später die Fleischwerdung Steine fressender Derwische vorführen.
Voller Enthusiasmus würde er später jene so unerbittlich anmutenden Stufen ins Tal und gar vor dem Frühstück - also italienisch als prima collazione (erstes Frühstück) zu betrachten - jede einzelne Stufe genießen. Mehr noch vermochte er, die Jugend - entgegen aller Vorurteile - zum freudigen Ab- und Anstieg zu bewegen... und sie folgten ihm in Scharen.

Burg Maus
Bevor jedoch andere jene Via Dolorosa zu umgehen versuchten und der Loreley-Flora mit all ihren Dornenbüschen eine "Abkürzung" jenseits der Stufen der Erkenntnis abtrotzen wollten, sollten wir alle noch Zeuge der Entstehung einer neuen Art werden: Die hesitating eagles - zögerliche und mit historisch fragwürdigen Namen ausgestattete Adler kreisten auf Burg Maus hoch über unseren Köpfen und entlohnten den ein oder anderen für den beschwerlichen Anstieg. Und man möchte es kaum glauben: Selbst Wandervögel treffen sich auf Festungen.

Weinprobe
Abwärts führte uns dann der Gang nach Kann-Ossa, respektive Nochern, auch wenn uns der Wein nicht in Kannen, sondern vielmehr in Gläsern und untermalt mit informativen Anekdoten aus dem Nähkästchen eines Winzers dargereicht wurden. Aus- und ein wenig abgefüllt traten wir den Heimweg an, der sich - verloren im Raum-Zeit-Kontinuum reifer Reben - ähnlich zog wie jene Nächte, die man bei leichtem Schlaf und fehlender Ventilation der Nasennebenhöhlen einiger Zimmergenossen (ja, sie schnarchten) mit Rufen, Klatschen, Bitten an das Universum nach chirurgischen Eingriffen und der Überlegung verbrachte, inwieweit Beten und Betten wohl tatsächlich verwandt seien.

Training
Letztendlich zog uns die Loreley wieder alle in ihren Bann, schloss uns in ihre freundlichen Arme, gemütlichen Betten und umgarnte uns mit ihrer alles verzeihenden Müdigkeit.

Viele interessante und lustige Trainingseinheiten davor und danach, schmerzten die Bauchmuskeln nicht nur vom Training. Und auch wenn nicht alle Muskelgruppen bei dem ein oder anderen Aufwärmtraining vorbereitet wurden, war die Mannschaft - also wir - uns in herzlicher Wärme verbunden.

Und wen interessiert, wie unser Nachwuchs aussieht, der möge hier klicken.

Euer
Marcello

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